Selbstständig sein, mit eigenen Aufträgen Geld verdienen und davon leben können: Das ist als freier Trauerredner möglich. Wie viel dabei herauskommt, hängt von zwei Dingen ab, dem Honorar pro Trauerfeier und der Zahl der Zeremonien. Dazu kommen Ausgaben, die du vorher kennen solltest.
Was verdient ein Trauerredner pro Trauerfeier?
Als Selbstständiger legst du dein Honorar selbst fest. Typischerweise liegt es zwischen 500 und 700 Euro pro Trauerfeier. Wo du innerhalb dieser Spanne landest, hängt vor allem von diesen Faktoren ab:
- Region und örtliche Nachfrage
- Deine Erfahrung und dein Ruf bei Bestattern und Familien
- Der Aufwand: Trauergespräch, Rede, Abstimmung, Zeremonie
- Wie du an Aufträge kommst, zum Beispiel über Bestattungsunternehmen oder eine Vermittlungsagentur
Zum Vergleich: Bei freien Trauungen liegt das Honorar höher, bei 1.300 bis 2.500 Euro pro Zeremonie. Dafür ist die Nachfrage saisonal. Trauerfeiern gibt es dagegen das ganze Jahr über, unabhängig von Wetter und Hochzeitssaison. Mehr dazu findest du unter Hochzeitsredner werden.
Wie viele Trauerfeiern brauchst du im Monat?
Das hängt davon ab, was du erreichen möchtest. Ein Rechenbeispiel mit den Eckwerten von 500 und 700 Euro:
| Zeremonien pro Monat | Umsatz bei 500 € | Umsatz bei 700 € |
|---|---|---|
| 2 | 1.000 € | 1.400 € |
| 4 | 2.000 € | 2.800 € |
| 6 | 3.000 € | 4.200 € |
Wer neben einem Hauptberuf als Redner startet, kommt häufig mit wenigen Zeremonien im Monat aus. Wer davon leben will, braucht entsprechend mehr Aufträge. Rechne dabei nicht nur die Zeremonie selbst: Zu jeder Trauerfeier gehören ein Gespräch mit der Familie, das Schreiben der Rede und die Abstimmung mit dem Bestatter. Eine Trauerfeier ist deshalb mehr als ein Termin, den man aus dem Ärmel schüttelt.
Was bleibt vom Honorar übrig?
Das Honorar ist dein Umsatz. Davon musst du als Selbstständiger noch Ausgaben bestreiten. Typische Posten sind:
- Steuern (Einkommensteuer, ggf. Umsatzsteuer)
- Kranken- und Pflegeversicherung
- Altersvorsorge
- Ausstattung und Equipment
- Telefon, Internet, Büromaterial
- Fahrtkosten zu Gesprächen und Zeremonien
- Werbung und Mitgliedschaften
- Ggf. Provisionen, wenn du Aufträge über eine Agentur erhältst
Wie viel am Ende übrig bleibt, lässt sich pauschal nicht sagen. Es hängt davon ab, ob du hauptberuflich oder im Nebenberuf arbeitest, wie du versichert bist und wie du deine Aufträge findest. Wenn du nebenberuflich startest, kläre vorher, was dein Arbeitgeber dazu sagt und wie sich das Einkommen auf deine Sozialversicherung auswirkt. Für die verbindliche Klärung bist du bei einer Steuerberatung richtig.
Nebenberuf oder hauptberuflich?
Viele beginnen mit einem zweiten Standbein. Das hat einen klaren Vorteil: Du probierst dich im neuen Beruf aus, ohne dein festes Einkommen aufzugeben. Als Selbstständiger gibt es kein monatliches Fixgehalt, und Schwankungen sind normal. Einen Monat hast du viele Aufträge, im nächsten weniger. Ein finanzieller Puffer für die ersten Monate ist deshalb sinnvoll.
Wer beide Bereiche abdeckt, Trauerfeiern und Trauungen, kann als freier Redner das ganze Jahr über ausgelastet sein. Das ist einer der Gründe, warum viele Absolventen beide Ausbildungen kombinieren. Wie das aussieht, zeigt die Freier-Redner-Ausbildung.
Wie kommst du an deine ersten Aufträge?
Das ist für die meisten Einsteiger die wichtigste Frage, und sie entscheidet über das Einkommen mehr als jede Honorartabelle. Bei der Omilia Academy vermitteln wir über unsere Agentur direkte Anfragen von Bestattungsunternehmen und Familien in deiner Region. Du startest nicht bei null. Alle Details zum Ablauf findest du auf der Seite Trauerredner werden.
Und was verdient ein Trauerredner wirklich?
Neben dem Honorar bekommst du in diesem Beruf etwas, das sich schwer in Euro ausdrücken lässt: Du hilfst Menschen in den schwersten Stunden, findest die richtigen Worte und ermöglichst einen würdevollen Abschied. Für viele unserer Absolventen ist das der eigentliche Grund für den Berufswechsel. Ob der Beruf zu dir passt, kannst du mit dem Redner-Check herausfinden.
Häufige Fragen
Kann man als Trauerredner davon leben?
Ja, viele Absolventen arbeiten vollständig freiberuflich. Es hängt von der Zahl der Zeremonien ab, den Ausgaben und davon, wie du an Aufträge kommst. Als Nebeneinkommen sind bei 4 bis 6 Trauerfeiern im Monat solide Beträge möglich.
Ist das Honorar von 500 bis 700 Euro der Nettoverdienst?
Nein. Das Honorar ist dein Umsatz. Steuern, Versicherungen und Betriebskosten musst du davon noch bezahlen. Wie viel übrig bleibt, hängt von deiner persönlichen Situation ab.
Verdient man als Hochzeitsredner mehr als als Trauerredner?
Pro Zeremonie ja: Freie Trauungen liegen bei 1.300 bis 2.500 Euro, Trauerfeiern bei 500 bis 700 Euro. Dafür sind Trauerfeiern ganzjährig gefragt, Hochzeiten saisonal.
Bereit für den nächsten Schritt?
Im kostenlosen Erstgespräch klären wir in 30 Minuten, welcher Weg zu dir passt.

Julia Leddin
Gründerin der Omilia Academy
Studierte Psychologin, über 200 persönlich begleitete Zeremonien, Gründerin der Omilia Academy.
